Schreibwerkzeug

Zuerst das Naheliegende: Ich habe noch keinen meiner Romane mit der Hand (heißt: Stift auf Papier) geschrieben sondern alle direkt eingetippt. Es gibt eine Ausnahme: Bei einem Roman hatte ich für das letzte Viertel keinen Computer zur Verfügung, da habe ich tatsächlich ein halbes Notizbuch vollgeschrieben und nachher abgetippt. Ansonsten bilde ich mir ein, dass ich dank 10-Finger-System mit dem Computer mindestens genau so schnell bin, wie mit der Hand. Ganz davon abgesehen, dass das Abtippen entfällt, ich also zusätzlich Zeit spare, weil irgendwann doch jeder Text in irgend einer Form digital vorliegen muss.

Die Hardware
Ein Laptop. Nichts großartiges, einfach nur ein Ding, auf dem ein Editor läuft, mit dem ich aber ausweichen kann, wenn es irgendwo zu laut, zu ungemütlich oder sonstwie schreibfeindlich ist. Auch nehme ich das Ding mit in die Bahn, wenn es sein muss, Cafés wurden schon mal heimgesucht, auch ein Kurztrip übers Wochenende blieb nicht verschont.
Mit dem Einzug von Smartphones habe ich den ein oder anderen Gedanken daran verschwendet, ein solches Gerät zum Schreiben zu verwenden, aber für längere Texte sind selbst die Telefone, die eine Hardware-Tastatur haben, einfach nicht geeignet (vor allem, wenn man das 10-Finger-System gewohnt ist). Idee: Bluetooth-Tastatur und Smartphone, hat sich für mich aber schon aufgrund des Preises nicht durchgesetzt, ein Test mit einer billigen Version bestätigte nur den alten Lehrsatz: "Wer billig kauft, kriegt billig." Ich werde also auch weiterhin in freier Wildbahn mit einem Laptop anzutreffen sein.

Die Software
Word TextMaker (s. Kommentar) verwende ich zum Korrigieren von Rechtschreibung und Grammatik, aber nicht zum Schreiben. Selbst wenn man die automatische Korrektur abschaltet, gibt es viel zu viel, was einen ablenkt, Menus, Gestaltungsmöglichkeiten, mal eben die Überschrift fett, usw. Einen meiner Romane habe ich mit einem Texteditor (ähnlich Notepad++) geschrieben, da konnte man zwar keine Gestaltung einbauen, Menus gab es trotzdem, daher auch: raus.
Was für mich besser funktioniert hat, war ein "distraction free editor", zunächst war das "DarkRoom" (kostenlos), da der aber ein paar Fehler hatte, habe ich "Q10" ausprobiert, der allerdings nicht mehr weiterentwickelt wird, jetzt ist es WriteMonkey, der alles macht, was man benötigt: Den vollen Bildschirm einnehmen, kein Menu anzeigen, nur den Text, den man schreibt. So kommt man nicht in Versuchung, mal eben irgendwohin zu klicken, ein anderes Programm zu starten, etc. Außerdem finde ich einen dunklen Bildschirm mit heller (nicht weißer) Schrift ziemlich augenfreundlich, wenn man stundenlang da draufstarrt. (Die Farben sind anpassbar, für mich funktioniert hell auf dunkel gut.)
Das Einzige, was noch etwas Arbeit bedarf, ist die Übernahme des Textes vom Editor in die Textverarbeitung, da hier manchmal die Absatzformatierung noch etwas angepasst werden muss, aber das hat man nach ein bisschen Probieren schnell raus.

Weitere Werkzeuge
Für mich: Keine, außer Calibre zum späteren Formatieren von eBook-Dateien (TextMaker erstellt epub-Dateien direkt rudimentär) für meinen eReader und Musik beim Schreiben.
Es gibt noch einiges an Software, ganze Schreib-Pakete, die einem bei der Strukturierung der Kapitel, der Charakterentwicklung und Handlungsplanung helfen und so Funktionen bieten wie das Zählen von Phrasen, die man immer wieder verwendet. Angeblich macht "Scrivener" so etwas, "Page Four" ist ein Produkt mit einem ähnliche Portfolio, das zwischenzeitlich leider nicht mehr kostenlos verfügbar ist, hier bin ich allerdings auf Vermutungen angewiesen, da ich solche Tools nicht nutze sondern eine separate Text-Datei (oder eine Notiz in Evernote) mit Stichworten (dazu an anderer Stelle mehr).


Nachtrag, 10.2.2017: Word verwende ich nicht mehr, sondern mittlerweile das Office Paket von SoftMaker, bei dem in der Textverarbeitung (TextMaker) der Duden-Korrektor direkt mit eingebaut ist, ein Hilfsmittel, das ich nicht mehr missen möchte! Dagegen ist die Word-Korrektur ein Witz.

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