Lesen, wo und wann?

Oder andersrum: Wo und wann nicht?

Voraussetzung ist natürlich, dass auch entsprechende Zeit dafür da ist, dann wird es aber schon eng mit den Ausschlusskriterien. Draußen im strömenden Regen bei Windstärke 700 lassen wir mal außen vor, unter Wasser, beim Freeclimben oder im Moshpit eines Konzerts ebenso.

Ansonsten kann und möchte ich eigentlich überall lesen. In der Bahn genauso wie auf dem Beifahrersitz eines Autos (gesegnet, wem dabei nicht schlecht wird), im Flugzeug oder sonstigen Beförderungsmitteln, Hauptsache, man hat entweder Ruhe oder kann sich mit Musik ablenken.
Natürlich zu Hause, abends im Bett, sofern man sich anlehnen kann, auf dem Bauch wird es schnell anstrengend, auf einem gemütlichen Sofa, draußen im Park auf einer Bank oder am Fluss auf einer Decke (obwohl liegend ohne Stütze im Rücken auf Dauer nicht geht), Sonnenbrille nicht vergessen.

Und wann? Immer, wenn Zeit ist, ob auf dem Weg zur Arbeit (oder zurück), auf der Fahrt in den Urlaub, morgens, mittags, abends. Eine bestimmte Stimmung zum Lesen brauche ich nicht, eigentlich geht es immer, wenn auch nicht immer unendlich lange. Vor dem Einschlafen ist die Müdigkeit der natürlich Feind eines noch so spannenden Buchs, aber auch sonst scheint es eine natürliche Grenze der Aufnahmefähigkeit zu geben, die einen nach ein bis zwei Stunden dazu zwingt, mal eben inne zu halten, sich ein Getränk zu holen, aus dem Fenster zu sehen, etc. etc.

Leider ist natürlich immer viel zu wenig Zeit (und zu viele Bücher) vorhanden, trotz allem versuche ich ein Jahrespensum von ca. einem Buch pro Woche durchzuhalten, wobei ich zugeben muss, dass ich mich häufig für das dünnere Buch entscheide, wenn ich die Auswahl habe, um dem Pensum gerecht zu werden. Was bedeutet, dass sich die dicken Schmöker im Regal  häufen, während die dünnen immer weiter abnehmen. Nur: irgendwann sind auch  dicke Bücher im Vergleich zum Rest dünn, alles Ungelesene kommt also irgendwann zu seinem Recht (wenn es auch immer schwieriger wird, das Pensum zu halten, momentan, Mitte Juli, bin ich allerdings schon bei knapp 50 Büchern für dieses Jahr, ich arbeite also etwas vor).

Wenn es irgendwie ginge: NOCH MEHR LESEN! Vor einigen Jahren gab es in Düsseldorf mal eine Aktion, die genau dazu anregen sollte. Über einen bestimmten Zeitraum waren "Lese-Scouts" unterwegs, die jedem, den sie in den öffentlichen Verkehrsmitteln in einem Buch lesend angetroffen haben, ein Buch geschenkt haben. Ob das zu mehr Lesen angeregt hat, ist mir leider nicht bekannt, auch nicht, ob diese Kampagne, die erst letztens von einem Buchladen wieder aufgewärmt wurde (mir aber schon als "Sponti-Spruch" aus den 80ern bekannt ist), wirkt:

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