Datensicherung

Es muss ja nicht gleich so schlimm kommen wie im Film (bzw. dem Buch) Misery von Stephen King, in dem ein Autor von einem fanatischen Fan festgehalten und dazu gezwungen wird, sein neues Manuskript umzuschreiben, dessen einzige Kopie er im Handgepäck hatte. Trotzdem wäre selbst dieser "worst case" nicht passiert, wenn der Autor eine Datensicherung seines Manuskripts angefertigt hätte. Für sämtliche Arbeiten, die rein virtuell passieren, wie das Schreiben eines Textes an einem Computer, gehört irgend eine Form von Datensicherung zum Pflichtprogramm, damit man nicht nach dem Versagen (oder Verlust) des Schreibwerkzeugs gänzlich mit leeren Händen da steht.

Im Laufe der Zeit hat sich für mich ein mehrstufiger "Backup-Plan" bewährt, den ich hiermit teilen möchte.
  1. Hardware geht kaputt: Eine Sicherung auf einer externen Festplatte ist auf jeden Fall Pflicht. Wenn der Laptop seinen Geist aufgibt, hat man wenigstens eine weitere Kopie an der Hand.
  2. Software geht kaputt: Auch das ausgereifteste Programm macht mal einen Fehler und hat mir schon einmal eine Datei, in der eine wochenlange Arbeit steckte, so gut wie unlesbar zurück gelassen. Daher habe ich mir angewöhnt, nicht immer an derselben Datei zu arbeiten, sondern für jeden Tag eine neue Kopie anzulegen, diese mit dem Datum im Dateinamen zu kennzeichnen und daran weiter zu arbeiten. Selbst wenn die Software eine Datei beim Speichern zerstört, hat man so immer noch den Stand vom letzten Tag, der erhöhte Speicherbedarf ist bei den Speicherplatzpreisen kaum relevant, außerdem muss man ja nicht alle Versionen behalten, sondern z.B. immer nur die letzten drei.
    Fast jedes Programm bietet alternativ auch die Möglichkeit, selbständig Backups anzulegen, diese landen dann entweder im selben Verzeichnis wie das Original oder in einem beliebig anderen, so dass man am schlimmsten Fall immer noch einen der letzten Speicherstände wieder herstellen kann.
  3. Alles geht kaputt: Die beiden erstgenannten Punkte sind auf jeden Fall nur einleitende Schritte für den tatsächlichen "worst case". Im Fall eines Brandes, Einbruchs oder sonstigen Katastrophe nützt auch eine externe Festplatte mit beliebig vielen Dateien nichts, wenn diese zusammen mit dem Rechner abhanden kommt, daher: Die Dateien müssen das Haus verlassen! Dafür gibt es mittlerweile reichlich cloud-basierte Dienste, manch einer synchronisiert seine Dateien mit Dropbox (Box, Google Drive, etc.), ein anderer schickt sich selbst Mails mit Dateianhängen an seinen GMail- (GMX-, web.de-) Account, der Möglichkeiten sind viele.
  4. Die Hauptsache ist, die Dateien werden möglichst breit gestreut, Redundanz ist das Zauberwort. Für Paranoide, die nur ihren eigenen vier Wänden trauen und Mißtrauen gegen die "Wolke" hegen, empfiehlt sich Verschlüsselung oder passwort-geschützte Archive. Der Mehraufwand wird sich beim ersten Ernstfall (der natürlich nie eintreten wird, aber...) bezahlt machen.

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