Google Books in den USA jetzt offiziell legal

Nach einem achtjährigen Rechtsstreit ist gestern der Dienst "Google Books" für legal erklärt worden. Die amerikanische Autorenvereinigung "Authors Guild" hatte den Konzern wegen massiver Copyright-Verletzungen verklagt.
Ausschlaggebend für das Urteil war die Entscheidung, ob die Nutzung der Bücher durch Google unter den Begriff der sogenannten "fairen Nutzung" ("Fair Use") fällt, dies wurde vom Richter jetzt bejaht. Die Argumente, die dafür sprachen, waren:
  1. Die von Google gescannten Werke sind alle bereits veröffentlicht und öffentlich zugänglich, zusätzlich sind sie zum großen Teil nicht der Belletristik, sondern der Fachliteratur zuzuordnen, daher stehe das Bestreben der Förderung der Bildung im Vordergrund.
  2. Das Indizieren der Werke stellt nach Ansicht des Richters eine grundlegende Veränderung dar, ist also demnach keine 1:1-Kopie eines Werks und eröffne neue Forschungsansätze.
  3. Obwohl Google die gesamten Bücher scannt, werden immer nur kurze Ausschnitte angezeigt. Der Richter erkannte, dass dieser Punkt trotzdem leicht gegen "Fair Use" spreche, das war aber nicht ausschlaggebend.
  4. Das Argument, dass Umsatzeinbußen für die Autoren zu befürchten seien, wurde vom Richter vollständig abgewiesen. Die Begründung war, dass niemand die nötige Masse von Suchanfragen stellen würde, um aus den jeweils angezeigten Schnipseln letztendlich das gesamte Buch zusammenstellen zu können. Die Durchsuchbarkeit der Bücher wertete der Richter eher positiv, da man dadurch weitere Bücher finden können, die einem zuvor nicht bekannt waren.
Damit ist der Dienst Google Books in den USA offiziell legal, aber auf die "faire Nutzung" beschränkt, Google darf also z.B. nicht ein Buch in seiner Gesamtheit anzeigen. Eine Berufung der Authors Guild ist wahrscheinlich. Mehr dazu bei heise.


EDIT, 11.6.14: Heute hat das Berufungsgericht das o.a. Urteil bestätigt, die Buchdigitalisierung seitens Google bleibt damit als "Fair use" weiter legal.

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