Buchmarketing - Flyer, Visitenkarten, T-Shirts?

Die Selbstveröffentlichungs-Plattform "xinxii" wartet hier mit einem Artikel für "Offline-Buchmarketing" auf. Einige der Ideen sind sicherlich nicht schlecht, wenn auch meist nur sehr punktuell, aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Die Frage ist nur, ob sich der Aufwand im Vergleich zum tatsächlichen Nutzen wirklich lohnt - speziell für Bücher, die nicht (oder nicht nur) als E-Book erscheinen und mehr als 99ct. kosten.
  • Postkarte
    "lege (Postkarten) an so vielen Stellen wie möglich aus" - auch wenn Drucksachen für wenig Geld zu haben sind (Tausende von Flyern z.B. kosten noch nicht einmal 50€), wie hoch wird die Erfolgsquote sein? Wie hoch ist vor allem der Aufwand, die Flyer unters Volk zu bringen, wenn man davon ausgeht, dass man in jedem Laden, in dem man diese platzieren will, auch erst einmal nachfragen muss, ob das Auslegen erwünscht ist?
  • Flyer
    Dasselbe gilt für Flyer: Auch diese müssen irgendwo ausliegen und verteilt werden. Die Idee auf der o.a. Seite, Flyer an Orten zu verteilen, die zum Thema des Buches passen, ist zwar generell nicht schlecht, das Beispiel, einen Flyer für seinen Nichtraucher-Ratgeber vom Kioskbesitzer (der sich damit sein Geschäft kaputt macht) zu jeder verkauften Schachtel Zigaretten auszugeben, ist aber natürlich völliger Unsinn.
  • Visitenkarte
    Gleiche Idee, anderes Format. Wenn man nicht gerade sehr definierte Zielgruppe hat, denen man die Karten aushändigen kann (im Beispiel waren es Schulmädchen), wird es auch hier schwierig.
  • T-Shirt
    Ernsthaft? Wie hoch ist die Chance, dass jemand aufgrund eines T-Shirts ein Buch kauft, selbst wenn ein QR-Code drauf ist? Von allen genannten Ideen ist hier wahrscheinlich das Preis/Leistungsverhältnis am schlechtesten.
Bei allen Print-Produkten stellt sich mir die Frage, wie man diese effektiv unters Volk bringt, ohne daraus einen Vollzeitjob zu machen, Leute zu nerven und im Endeffekt Spamming zu betreiben. Ein wirklich sinnvoller Ort für Flyer wäre wahrscheinlich ein Buchladen, wenn man dann aber (speziell, wenn man über xinxii veröffentlicht) E-Books bewirbt, die man im Laden gar nicht kaufen kann, wird dieser die Flyer schneller wieder entsorgen, als man gucken kann. Selbst wenn auf dem Flyer "hier im Buchladen zu bestellen" steht, muss min. ein Exemplar ausliegen, damit der potentielle Käufer wenigstens kurz vorher einmal reinlesen kann.

Ein weiteres Problem der Ratschläge liegt auch darin, dass diese (natürlich) auf E-Books abzielen und nicht auf Print-Produkte. Wenn man ein lustiges T-Shirt sieht, auf dem ein Buch beworben wird, was 99ct. kostet, ist man vielleicht tatsächlich geneigt, dieses zu kaufen - geht es um ein gedrucktes Buch mit einem Preis von 10€ (und aufwärts), wird die Bereitschaft, das Risiko eines Fehlkaufs einzugehen, wahrscheinlich schnell auf Null sinken.

Weitere Ideen (im o.a. Artikel) waren noch, Lesungen zu halten und sich einem Lesekreis anzuschließen, wobei ich ersteres noch für sinnvoller halte, weil man hier mehr Leute erreicht - und zwar auch tatsächlich welche, die potentiell am Buch interessiert sind. Der Lesekreis mag zwar auch helfen, meiner Ansicht nach allerdings eher als Erfahrungsaustausch und kaum als effektive Marketing-Plattform.


Eine wirkliche Lösung, speziell für gedruckte Bücher, bieten die genannten Ideen offensichtlich nicht - wie ich das Problem angehe, werde ich beizeiten an dieser Stelle nachreichen, Aushänge mit Abreißzetteln werden es wohl nicht werden.

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