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Es werden Posts vom Juli, 2014 angezeigt.

Henry David Thoreau: Über das Lesen

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Als Ergänzung zu diesem Artikel hier noch ein Zitat von Thoreau:

"Die meisten Menschen haben lesen gelernt, um einer armseligen Bequemlichkeit zu genügen, wie sie auch rechnen lernten, um Buch führen zu können, und um beim Handel nicht übers Ohr gehauen zu werden. Aber vom "Lesen" als einer erhabenen, geistigen Beschäftigung wissen sie wenig oder nichts. Und doch ist "Lesen" im wahren Sinn des Wortes nichts anderes. Jedenfalls nicht das, was uns wie der Luxus einlullt und den höheren Geisteskräften einstweilen zu schlummern gestattet, sondern das, was wir nur lesen können, wenn wir auf den Zehenspitzen stehen, wenn wir unsere wachsten, erleuchtetsten Stunden dazu verwenden.

Haben wir erst einmal die Buchstaben erlernt, so meine ich, sollten wir nur das Beste lesen, was in der Literatur vorhanden ist, und nicht unser a, b, abc und einsilbige Wörter in der vierten oder fünften Klasse in alle Ewigkeit wiederholen und unser Leben lang auf der Faulbank sitzen blei…

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Mark Twain: Die wichtigsten Tage im Leben

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(visualisiert gefunden auf fabquote.co)

Happy End erwünscht? (Montagsfrage)

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Ganz klare Antwort: Nein! Das heißt: Nicht um jeden Preis. Ich möchte, dass ein Buch das Ende hat, das zu ihm passt oder das - wenn es eine überraschende Wendung gibt - immerhin schlüssig ist. Wenn die Handlung unablässig auf ein Happy End zusteuert, gut, wenn nicht, aber am Schluss gibt es eine glückliche Wendung, auch gut. Aber ein Happy End, nur damit am Schluss alles gut ist ("they lived happily ever after"), auf keinen Fall. Sogar offene Ende gefallen mir da meist besser.

Am schlimmsten finde ich die typischen Beziehungsgeschichten (meist Komödien), die nur nach Schema F funktionieren: Er lernt Sie kennen, sie verlieben sich (Variante: nur einer in den anderen), dann passieren aber dumme Sachen, die die beiden trennen, der eine will den anderen aber zurück (Variante: der, der vorher nicht wollte, will jetzt, der andere aber nicht), alles scheint aussichtslos ... und spätestens an diesem Punkt (meist erst Mitte der Geschichte), weiß man, dass es am Ende doch unvermeidli…

Working On My Novel

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Auf Twitter gibt es einen automatisierten Account namens "Working On My Novel" (@WrknOnMyNovel), auf dem alles re-tweetet wird, was den magischen Satz "working on my novel" enthält.

In drei Jahren sind 675 Tweets zusammen gekommen, was wahrscheinlich nur ein Bruchteil der tatsächlich mit diesem "Sinn" geposteten Tweets ist, da der Roboter, der hier re-tweetet, tatsächlich nur auf den genauen Wortlaut achtet. Ein Tweet mit dem Inhalt "worked on my novel" wird daher nicht erfasst.
Trotzdem eine lustige Idee und eine nette Zusammenstellung (vor allem, wenn man mal nachsieht, wie viele schriftstellerische Aktivitäten offenbar mit dem Konsum von Essen und Trinken einhergehen).

Meine größte Buchbestellung - jemals

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61 auf einen Streich.


Und über die Hälfte davon ist schon weg, knapp eine Woche vor Veröffentlichung.

Krachen und Scheppern musses! Oder: Philosophie, nein danke?

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Was erwartet man von Büchern? Unterhaltung, im weitesten Sinn. Ablenkung vielleicht. "Flucht in anderen Welten" ist ein häufig bemühter Vergleich, wenn es ums Lesen geht. Die Motivation zu lesen ist wahrscheinlich so vielfältig wie die Bücher und Genres, die täglich neu erfunden werden.
Gibt es so etwas wie "gute" Bücher? Oder schlechte? Wird der Autor von Liebesromanen, die in Groschenheften abgedruckt werden, jemals Preise für seine literarischen Leistungen erhalten? Wahrscheinlich nicht, aber sind diese Bücher dann auch gleich schlecht?
Solange es nur einen Leser gibt, dem ein Buch etwas gibt, und sei es nur Unterhaltung oder vorübergehende Ablenkung, war das Buch wahrscheinlich zu etwas nütze - das allerdings reicht z.B. der Autorin Siri Hustvedt nicht. Hier ein Zitat aus einem Essay aus ihrem Buch "Leben, Denken, Schauen": "Das Lesen hat in unserer Kultur so nachgelassen, dass jetzt alles Lesen für 'gut' gehalten wird. Kinder werden erm…

Mein Bücherregal

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Ein Cartoon von Tom Gauld.

Mit welcher Romanfigur wärst du gerne befreundet? (Montagsfrage)

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Hier musste ich ganz kurz überlegen. Es gibt zwar viele Romane, die mich sehr beeindruckt haben und auch einige Charaktere, die einen bleibenden Eindruck hinterließen - aber befreundet? Da war ich mir nicht sicher, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich Bücher lese, deren Hauptfiguren oft zwar interessant, dabei aber wenig beneidenswert (manchmal sogar recht unsympathisch) sind.

Aber mal kurz in eine andere Richtung (heißt hier: Epoche) gedacht, und die Antwort war gefunden: Tom Sawyer und Huckleberry Finn!
Ich habe andere Bücher wohl kaum so inhaliert wie die Streiche und Abenteuer dieser beiden - und wären sie meine Freunde, könnte ich (noch direkter) daran teilhaben.

(Google-Doodle vom 30.11.2011)

Zufluchtsort für Schriftsteller

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Eine neue schriftstellerbezogene Zeichnung von Grant Snider (incidental comics):

Schreibt Briefe

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Kreative Werbung der Australian Post (von 2007):
"Wenn Du jemanden wirklich berühren möchtest, schreib ihnen einen Brief."

Welche Bücher nehmt ihr mit in den Urlaub? (Montagsfrage)

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Urlaubszeit kann auch Lesezeit sein, zumindest nehme ich mir das immer wieder vor. Ich nehme oft Bücher mit in den Urlaub, die ich im Alltag nicht zu lesen schaffe, meist bedingt durch den Umfang oder die Ausgabe, die ich von bestimmten Büchern habe, wer schleppt schon gerne einen Backstein zur Arbeit? (Wobei gleich klar wird, dass ich nur Papier mitnehme, eBooks schaffen es bei mir immer noch nicht in den Alltag.)

Ein kurzer Blick ins Regal. Was es dieses Jahr sein wird, weiß ich noch nicht, ich denke allerdings, dass es wieder nicht "Die Brüder Karamasow" sein wird, dieses über 1000-seitige Epos ist mir selbst für den Urlaub zu langwierig - ich wüsste auch gar nicht, wie lange ich Urlaub nehmen muss, um das Ding zu schaffen, vielleicht wird es ein auf ewig ungelesener Klassiker bleiben.
"Wer die Nachtigall stört" wird es wohl auch wieder nicht sein, ein Buch, das ich schulbedingt mal auf Englisch hätte lesen sollen. Seit Jahren ziert es in der deutschen Ausgabe …

Glück kann man nicht kaufen. Aber Bücher. (2)

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Teil 1 findet sich hier.

Jetzt doch mit Profilbild? Scheint so.

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Zwei Jahre hat mich jetzt diese Cartoonfigur rechts im Bild begleitet und passte mir eigentlich immer ganz gut. Soziale Medien haben nun mal einen Platzhalter für das Bild (mir ist noch kein Netzwerk untergekommen, bei dem gerade das fehlen würde), also muss man die Leere ja irgendwie füllen, sonst fehlt was. Oder?
Warum ich gegen Autorenbilder auf Büchern bin, habe ich hier bereits dargelegt, dazu stehe ich auch weiterhin, der Mehrwert eines Bildes auf einem Buch erschließt sich mir einfach überhaupt nicht.

Was gibt es also für Gründe, warum ich meine Online-Profile jetzt doch mit einem Bild ausgestattet habe - so wenig aufschlussreich es auch sein mag?
Eine endgültige Antwort gibt es nicht, nur ein paar Vermutungen:
Zu allererst würde ich gar kein Bild irgendwo veröffentlichen, wenn der Platz in den ganzen Medien dafür nicht vorgesehen wäre. Der Platz ist aber nun mal da und sieht leer einfach doof aus.Eine Cartoonfigur ist zwar immerhin besser als gar nichts (und hat ja auch zwei J…

Gibt es ein Buch, das ihr untrennbar mit einer bestimmten Person verbindet? (Montagsfrage)

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Ja, das gibt es, sogar mehrere. Manchmal sind es Bücher, über die man mit jemandem viel gesprochen hat, manchmal Bücher, die man von jemandem bekommen hat oder die man selbst jemand anderem geschenkt hat. Manche Bücher tragen auch den Namen einer Person im Titel oder beschreiben etwas, das besonders auf jemanden zutrifft.

Ein Buch sticht dabei bei mir besonders hervor, und wäre dies nicht eins, das mir auch abgesehen davon sehr am Herzen liegt, würde ich diese Montagsfrage nicht beantworten. Es handelt sich dabei um "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse, der Rest ist Privatsache.

5. Reihe von unten, 5. Buch von rechts aufgenommen im Hermann Hesse-Museum in Calw

Der lange Weg zum "richtigen" Cover (4/4)

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Der tatsächlich für das Cover für "Kains Königsweg" verwendete "Käfer im Anschnitt" wurde mehrfach umgebaut, mit der "Zerknitterung" wurde gespielt (Mitte und rechts), außerdem wurden verschiedene Typografien ausprobiert, einmal der "ausgefranste" Schrifttyp (links), der auch im Buch erwähnt wird, einmal eine "gespaltene" Schrift (Mitte), die die Dualität der Hauptfigur symbolisiert, einmal ein neutraler Font (rechts), mit Balken hinterlegt.
Schlussendlich wurde das Bild nachbearbeitet und der Farbton kälter gestaltet. Es wurde der neutrale Font und das Foto ohne Knitter verwendet, dieses dafür aber manuell "gealtert" (geknickt, abgeschabt, etc.). Ein altes Foto mit einem VK Käfer spielt im Roman eine zentrale Rolle in den Erinnerungen der Hauptfigur.



Teil 1/4 | Teil 2/4 | Teil 3/4

Das endgültige Cover ist hier zu besichtigen.

Der lange Weg zum "richtigen" Cover (3/4)

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Lange Wochen wurde für das Cover von "Kains Königsweg" experimentiert und immer wieder verworfen: Bei diesen Entwürfen stand jeweils ein "Weg" (oder eine Straße) im Mittelpunkt des Designs, um den "Königsweg" im Titel aufzunehmen. Alles in allem waren die Entwürfe auch ziemlich düster:



Teil 1/4 | Teil 2/4 | Teil 4/4

Der lange Weg zum "richtigen" Cover (2/4)

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Weitere (verworfene) Cover-Designs für "Kains Königsweg": Die Serie mit dem "Foto auf der Strasse" zeigt die Strasse, auf der der Unfall passiert, der das Leben der Hauptfigur schlagartig ändert. Das Foto mit dem VW Käfer spielt eine zentrale Rolle in den Erinnerungen des Protagonisten.



Teil 1/4 | Teil 3/4 | Teil 4/4

Der lange Weg zum "richtigen" Cover (1/4)

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Während der Arbeit am Cover von "Kains Königsweg" gab es viele verschiedene Ideen, um den Inhalt des Buches visuell umzusetzen.

Diese Serie hat einen Brückenpfeiler als Zentrum, an dem der Unfall stattfindet, der der Hauptfigur seine Familie nimmt.



Teil 2/4 | Teil 3/4 | Teil 4/4