Affiliate-Links zu amazon - lohnt das?

"Geld verdienen mit Amazon" lautet der Spruch, der das "Affiliate Programm" von amazon bewirbt. Das ist zwar nicht gelogen, aber wie viel Geld das sein wird, hängt natürlich sehr vom persönlichen Einsatz und der Möglichkeit/Fähigkeit ab, mit Werbe-Tags versehende Links unter die Leute zu bringen, die dann darauf klicken und beworbene Dinge bei amazon bestellen. Hört sich verlockend an, je nach Betrag tauscht der markige Spruch "Geld verdienen" aber schnell mit der ernüchternden Erkenntnis "Taschengeld jenseits des Existenzminimuns eines Minderjährigen" den Platz.
Letztens habe ich von jemandem gelesen, der sein einigen Jahren ein Literaturforum betreibt, und  ebenso lange amazon-Links an seine Rezensionen angehängt hat, wovon in Laufe der Zeit einige Hundert zusammengekommen sind. Die erste Auszahlung seitens amazon (der Mindestbetrag dafür liegt bei 25€) erfolgte allerdings erst nach mehreren Jahren. Da die Beteiligung, die man bei einem erfolgtem Kauf erhält, 5% beträgt, hat amazon mit den umittelbar durch die Affiliate-Links verursachten Käufe also 500€ verdient. Hier zählen allerdings nur Käufe, die der Kunde unmittelbar getätigt hat, und keine anderen, weil er nach dem Klick auf einen Affiliate-Link gerade eben auf der amazon-Seite war, die 500€ sind also nur die absolute Untergrenze dessen, was amazon tatsächlich verdient hat.

Wie auch immer: Was sind 25€, gerechnet auf mehrere Jahre und gemessen an Hunderten von Links, die man dafür setzt? Die Werbung, die man generell für amazon damit gemacht und den suchmaschinentechnischen Nutzen, den man amazon dafür beschert hat, mal ganz außen vor gelassen.
Antwort: Zu wenig. Wenn es nur darum ginge, sich ein kleines Zubrot zu verdienen, das niemanden sonst stört... ok. Wenn es um ein "neutrales" Geschäft ginge und nicht um einen Konzern, der aufgrund seiner Geschäftspraktiken in Sachen Arbeitsbedingungen, Steuertricks oder Geschäftsgebaren, um Verlage auf Spur zu bringen, nicht gerade glänzt. Dann... ok. Aber sonst?
Es geht hier nicht darum, sich an den gerade schwer an Fahrt aufnehmenden amazon-Bashing-Zug anzuhängen und amazon zu verdammen, denn: Als Autor ist man sehr darauf angewiesen, dass die eigenen Bücher (auch) bei amazon erhältlich sind, das geht bei amazon nun einmal sehr bequem, auch (oder gerade) für Self-Publisher. Das System amazon ist allerdings verbesserungsbedürftig, und das sollte man als Teilnehmer wissen und durchdenken.

Frage: Würden Käufer, die die Bücher bei amazon kaufen, das Buch sonst woanders kaufen? Verhilft man amazon durch die Verwendung von Affiliate-Links tatsächlich zu mehr Umsatz oder erleichtert man den Käufern, die das Buch sowieso dort bestellen würden, nur zu einem einfacheren Zugang?
In diesem Fall: Ist dann die Verwendung von Affiliate-Links nicht ein Mittel, um den amazon-Umsatz zu verringern!?
"Google will eat itself" lässt grüßen, aber so gutgläubig kann man in Sachen amazon wohl kaum sein, insbesondere, wenn man an die mittelbaren - unvergüteten - Verkäufe denkt.

Quintessenz dieser Überlegungen bleibt für den Moment, dass ich die Affiliate-Links von der Liste der von mir empfohlenen Bücher entfernt habe. Der zu erwartende Nutzen ist angesichts der erbrachten Leistung einfach nicht groß genug - und das nur aufgrund des finanziellen Aspekts, moralische Bedenken sind da noch gar nicht mit einberechnet.

Kommentare

  1. Hast du vielleicht auch eine ungefähre Ahnung, was man durch Adsense verdienen könnte? Ich nehme an, die schmeissen auch nicht mit Geld umher.
    Lg Lara

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    1. Da ich Banner Sch... finde, habe ich mich mit Adsense nie beschäftigt, vermute hier aber ähnlich zu vernachlässigende Margen - vor allem, weil heute jeder zweite einen Adblocker benutzt.

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