Wo befindest du dich geographisch gerade in deiner Lektüre? (Montagsfrage)

Da ich gerade einen meiner Romane Korrektur lese, kann ich die Frage sehr präzise beantworten - andererseits wiederum aber überhaupt nicht: Die Protagonisten befinden sich an einem Strand, sitzen an einem Lagerfeuer und spielen "Wahrheit der Pflicht" in dessen Verlauf eine Frage gestellt wird, die die ganze Erzählung prägt.
Zurück zur Frage der geographische Lage: Wo dieser Strand liegt, wird nicht gesagt, auch die später im Roman auftauchenden Orte werde nicht namentlich genannt. Es geht mir oft so, dass ich zwar bestimmte Orte im Kopf habe, diese aber nicht nenne, weil es für den Handlungsablauf unerheblich ist und meiner Meinung nach das Bild im Kopf des Lesers zu stark festlegen würde, wenn ich z.B. einen Städtenamen oder den Namen einer Landschaft nenne, die der Leser schon kennt. Daher gibt es immer wieder Beschreibungen, die aus den unterschiedlichsten Eindrücken zusammengesetzt sind und einen Ort "formen", diesen gibt es aber oft (so) nicht in der Realität. So kommt es, dass Orte z.B. nur "eine große Stadt" heißen, wenn es sich um eine solche handelt und die konkreten "Kulissen" dann detailliert beschrieben werden, um ein Bild zu vermitteln, das ohne Voreingenommenheit im Leser selbst entstehen kann.

Kommentare

  1. Das finde ich als Leserin auch ein schönes Stilmittel :)

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    1. Es gibt natürlich zeitlich und geographisch festgelegte Handlungen, die geradezu akribische Ortsbeschreibungen (inkl. Straßennahmen) erfordern - z.B. Romane mit einem realen, historischen Hintergrund, etc. - meist möchte ich mir allerdings selbst ein Bild machen und mag daher sinnlose Festlegungen gar nicht.

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  2. Ja, das ist auch eine tolle Idee. :) Ich finde es auch nicht schlimm wenn ein Ort ganz anders beschrieben wird als er ist (nach paar Jahren ändert sich das eh).
    Meine Protagonisten befindet sich auch am Strand: Cypremort Poin!t! :D

    LG Baka Monkey <3
    bakamonkeyliest.blogspot.de

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    1. Man erspart sich als Autor natürlich auch Vergleiche. Wenn ich jetzt eine Handlung in Köln verorte, muss ich die Stadt auch korrekt beschreiben - da sich meine Handlungen aber ortsunabhängig abspielen und die Umgebung keine Hauptrolle spielt, bleibe ich davon glücklicherweise verschont :)

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  3. Ich vergesse meistens, meinen Figuren Namen zu geben :P

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    1. "Kein Name" kann ja auch ein Stilmittel sein. Der Name des Protagonisten in meinem Debut wird auch nicht genannt.
      Wenn mal einer fehlt: http://dasmussteraus.blogspot.de/2012/03/namen-namen-popamen.html

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