Mittwoch, 22. Februar 2017

Bücher, die man bei Kälte lesen muss (tatsächlich)

Jedes Jahr erfrieren Obdachlose im Winter. Um auf dieses Problem und die "Unsichtbarkeit" der Betroffenen aufmerksam zu machen, hat die gemeinnützige Kapuziner-Stiftung (Fundacja Kapucynska) ein ungewöhnliches Projekt umgesetzt: Das Buch "Unsichtbar" (zobacz niewidzialnych) enthält Geschichten, Gedichte, Essays und Gedanken von Obdachlosen, die die Suppenküche der Stiftung besuchten. Wenn man es aber öffnet, sieht man zunächst nur leere Seiten, denn das Buch kann nur unter den Umständen gelesen werden, unter denen die enthaltenen Texte entstanden, man muss sich die Texte "verdienen", indem man sich in die Lage der Autoren begibt: Die Schrift wird erst sichtbar, wenn man sich mit dem Buch ins Kalte begibt, weniger als Null Grad müssen es sein.

Auch die Aufmachung passt zum Thema: Das Cover des Buches besteht aus rauem Karton und Collagen aus Papierschnipseln, die aus dem Müll stammen könnten.


Sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf kommen der Suppenküche der Stiftung zugute.

1 Kommentar:

  1. Wahnsinn, was es nicht alles gibt.
    Danke für die Vorstellung!
    Liebe Grüße
    Lilly

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