Samstag, 25. März 2017

Bookfighting

Auch ein Weg, alte Bücher zu entsorgen, ich halte mich da lieber an andere Möglichkeiten.


Das einzige, was ich diesem Quatsch (lies: Aktionskunst) abgewinnen kann, ist das Zitat "Ein Buch kann gefährlich sein" ("un livre ça peut être dangereux"), ich würde das allerdings eher auf den Inhalt beziehen.

Montag, 6. März 2017

Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable

Über die Herkunft des Zitats herrscht Uneinigkeit, zumeist wird es Cesar A. Cruz zugeschrieben, mit dem Zusatz "art" verweisen einige auf Banksy, in der ursprünglichen Formulierung "Comfort the afflicted, and afflict the comfortable" wird Finley Dunne als Urheber genannt.
Wer auch immer es gesagt hat, diese Illustration ist toll:


gefunden hier

Sonntag, 5. März 2017

Büchertausch? Och, gerade nicht, danke.

"Ich wünsche mir ein paar Leute/Likes für einen kleinen Büchertausch."
Nein, nicht ich, aber die Nachricht mit diesem Inhalt wird seit einigen Monaten (wieder) massenweise auf Facebook verbreitet und beginnt meist mit dem oben angeführten Satz mehr oder weniger variiert.
Dann geht es irgendwann so weiter: "Du musst nur ein einziges Buch versenden und wirst mehrere Bücher zurückbekommen." Und an dieser Stelle scheint der gesunde Menschenverstand schlichtweg seinen Dienst zu verweigern. Warum? Wahrscheinlich ist es die pure Gier, wenig zu geben und viel zu bekommen, ich weiß es nicht.
Spiele dieser Art gibt es schon seit Jahrzehnten, geblieben ist aber die Tatsache, dass sie schlichtweg nicht funktionieren, was man schnell herausbekommt, wenn man im Internet "Kettenbrief", "Schnellballsystem" oder "Pyramidenspiel" sucht. Wohl nicht schnell genug, denn ebenfalls geblieben ist ganz offensichtlich die Leichtgläubigkeit, dass es eben doch funktionieren könnte, daher scheint dieser Unsinn einfach nicht auszusterben.

Wie läuft das Ganze ab?
Man bekommt eine Adressenliste übersandt, soll ein Buch an die erste Adresse auf der Liste schicken, diese Adresse dann löschen, seine eigene Adresse an den Schluss der Liste setzen und den Aufruf weiterleiten. Zwei Runden später, so die Hoffnung, ist dann die eigene Adresse bei ganz vielen Menschen bis an die Spitze geklettert, und man erhält eine Masse an Büchern. Umsonst! Her damit!

Zwischenfrage
Bitte ganz kurz nachdenken: Wenn jeder Teilnehmer mehr Bücher erhält, als er verschickt, woher sollen die zusätzlichen Bücher denn dann bitte kommen? Wachsen die neuerdings auf Bäumen?

Ein Rechenbeispiel
Der Starter einer neuen Kette schickt den Aufruf an sechs Leute. Diese rekrutieren im besten Fall jeder wieder sechs Opfer. Auf dieser dritten Ebene befinden sich jetzt 36 Personen, insgesamt sind 43 involviert. Sollte eine vierte Ebene erreicht werden, sind 216 weitere Personen vonnöten, danach zusätzliche 1296.
Lassen wir unbeachtet, dass in einem Freundeskreis die bisher nicht teilnehmenden Personen immer rarer werden, und nehmen wir an, dass tatsächlich jeder sechs neue Leute einbinden kann, sind für jeden Neueinsteiger wieder zwei weitere Ebenen nötig, um das Versprechen der wundersamen Buchvermehrung einzulösen.
Es bedarf wohl keiner weiteren Zahlen, um zu belegen, dass dieses System einfach nicht funktionieren kann, weil irgendwann schlichtweg niemand mehr übrig ist, der noch nicht teilnimmt. Und für die letzten beiden Ebenen - die Mehrheit! - wird sich das Versprechen der Bücherflut nie einlösen.

Und weiter ...
Ist man abgebrüht und gierig genug, bleibt folgendes: Falls man überhaupt Bücher bekommt, weiß man natürlich nicht, welche, vermutlich aber zu einem Großteil Schrott. Und dafür soll ich riskieren, für die Enttäuschung eines großen Teils meines Freundeskreises verantwortlich zu sein? Danke.
Für den Euro, den der Bücherversand kostet, kann ich auf jedem Trödelmarkt oder bei sozialen Einrichtungen ein Buch kaufen - und zwar eins, dass ich auch haben will! Auf die Idee muss man erst einmal kommen! Wenn ich auf die Empfehlung eines anderen Wert lege, kann ich diese auch einfach mündlich einholen und mir das Buch schlichtweg kaufen. Dafür gibt es Läden. Und wenn ich gerade knapp bei Kasse und/oder geizig bin: Es soll sogar Menschen und Einrichtungen geben, die Bücher verleihen!
Wenn ich tatsächlich Bücher tauschen möchte, warum erstelle ich dann nicht einfach eine Liste mit Büchern, die ich abzugeben habe, schicke diese an alle Literaturaffinen, die ich kenne, und bitte um Nachahmung? Das Ergebnis wird ein Büchertausch sein, bei dem jeder das erhält, was er tatsächlich gerne haben möchte, und niemandes Erwartungen werden enttäuscht. Nachteil: Ich erhalte wahrscheinlich nicht ein Vielfaches an Büchern, meine Gier wird schlichtweg nicht befriedigt, aber irgendwas ist ja immer.


TL;DR
Schneeballsysteme haben zwangsläufig mehr Verlierer als Gewinner, daher: Danke, ohne mich.

Samstag, 4. März 2017

Guck nicht so!


gesehen in Köln

Wegen Rückfragen: Der Beobachter aus dem Hintergrund ist auf einem früheren Plakat abgebildet, der Wind hat nach Regen das aufgeweichte Plakat, das darüber geklebt wurde, aufgeklappt.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Bücher, die man bei Kälte lesen muss (tatsächlich)

Jedes Jahr erfrieren Obdachlose im Winter. Um auf dieses Problem und die "Unsichtbarkeit" der Betroffenen aufmerksam zu machen, hat die gemeinnützige Kapuziner-Stiftung (Fundacja Kapucynska) ein ungewöhnliches Projekt umgesetzt: Das Buch "Unsichtbar" (zobacz niewidzialnych) enthält Geschichten, Gedichte, Essays und Gedanken von Obdachlosen, die die Suppenküche der Stiftung besuchten. Wenn man es aber öffnet, sieht man zunächst nur leere Seiten, denn das Buch kann nur unter den Umständen gelesen werden, unter denen die enthaltenen Texte entstanden, man muss sich die Texte "verdienen", indem man sich in die Lage der Autoren begibt: Die Schrift wird erst sichtbar, wenn man sich mit dem Buch ins Kalte begibt, weniger als Null Grad müssen es sein.

Auch die Aufmachung passt zum Thema: Das Cover des Buches besteht aus rauem Karton und Collagen aus Papierschnipseln, die aus dem Müll stammen könnten.


Sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf kommen der Suppenküche der Stiftung zugute.

Sonntag, 19. Februar 2017

Verpasste Montagsfragen, Teil 6

Hier sind Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4, Teil 5.

Seid ihr im Urlaub auch immer auf der Suche nach besonders schönen oder interessanten Buchläden?

Nicht nur im Urlaub, sondern eigentlich immer. Einige habe ich fotografisch festgehalten und hier veröffentlicht.

Wie viele Bücher hast du dieses Jahr [2016] bereits gelesen und welche sind deine 3 Favoriten?

Gelesen: 72
Favoriten:
Siegfried Lenz - Deutschstunde
Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
Philip Roth - Amerikanisches Idyll

Im Jahr 2017 bisher gelesen: 11
Favoriten:
John Banville - Geister

Welches Buch liegt aktuell am längsten auf deinem Stapel ungelesener Bücher?

Das weiß ich nicht genau, aber wahrscheinlich eins dieser drei, vermutlich seit 20 Jahren:
Victor Hugo - Der Glöckner von Notre-Dame
Umberto Eco - Der Name der Rose
Stanislaw Lem - Das Fiasko
Und ich nehme mir tatsächlich vor, sie auch noch zu lesen.

Welchen Stellenwert nimmt das Lesen bei deiner Freizeitgestaltung ein?

Einen großen, neben der Musik wahrscheinlich den größten. Ich benutze sogar einen Habit Tracker, um mich (neben anderen Dingen) täglich ans Lesen zu erinnern, falls ich es einmal vergessen sollte - das ist allerdings noch nie passiert.

Beeinflusst die Jahreszeit aktuell deine Leseverhalten/die Bücher zu denen du greifst?

Nicht die Art der Bücher, nur die Anzahl. Wenn ich im Sommer mit dem Rad zur Arbeit fahren und man mehr Zeit draußen bei literaturfremden Aktivitäten verbringen kann, sinkt die Menge der gelesenen Bücher.


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