Überlebende: Nachrede

Im Moment korrigiere ich meinen Roman "Überlebende", geschrieben 2019, inspiriert vom früheren "Barmer Viertel" in Köln-Deutz. Eine Veröffentlichung des Buches ist irgendwann in diesem Jahr geplant, zuvor möchte ich noch ein paar Fotos, die ich 2006 dort aufgenommen habe, hier posten.


Zur Einstimmung hier die Nachrede zum Buch:

"Das im Roman beschriebene »Viertel« hat es tatsächlich gegeben. Wie vielleicht nicht schwer zu erraten war – denn Erbbauvereine gibt es in Deutschland nicht allzu viele –, war die Rede vom sogenannten »Barmer Viertel«, das 1913 in Köln-Deutz erbaut wurde. Hier gab es 381 Wohnungen, in denen annähernd eintausend Menschen lebten. Das Viertel lag zwischen der Bahnlinie, die über die Hohenzollernbrücke zum Hauptbahnhof führt, und dem Messegelände. Der ursprüngliche Plan war, dass nach dem Abriss des Viertels auf dem Gelände Hochhäuser entstehen sollten, dieses Vorhaben wurde allerdings aufgegeben, und so ist der Platz des ehemaligen Viertels heute (Ende 2019) tatsächlich leer.

Dieser Roman ist eine Beschäftigung mit den Eindrücken, die ich mir selber vor Ort verschafft habe, als das Viertel bereits geräumt war und nur noch einige letzte Proteste stattfanden, um gegen den Abriss vorzugehen. Die hier erzählte Geschichte ist natürlich nicht passiert, auch sind die Namen der erwähnten Personen frei erfunden. Die Anordnung der im Buch vorkommenden Wohnungen entspricht der tatsächlichen eines der Häuser, die beschriebenen Räume stellen den von mir vorgefundenen Zustand dar, stammen allerdings aus unterschiedlichen Häusern des Viertels.

Dieser Roman soll keine wertende Stellungnahme zu den Geschehnissen im Barmer Viertel, dem Vorgehen der Stadt, den dabei gemachten Schulden oder dem letztendlich heute (2019) noch zu begutachtenden Endergebnis sein, darüber gibt es an allen möglichen Stellen bereits fundierte journalistische Abhandlungen.

Es war mir ein Anliegen, meine vor Ort gewonnenen Eindrücke in irgendeiner Form zu verarbeiten. Das Ergebnis ist dieser Roman, der als Erzählung, als ein Stück erdachter Prosa, für sich stehen soll, dessen Ursprung jedoch maßgeblich beeinflusst wurde von dem, was im Jahr 2006 in Köln-Deutz im ehemaligen Barmer Viertel zu sehen war. Zusätzlich eingefügt wurden einige andere Ideen, die in Form der im Buch enthaltenen Kurzgeschichten Eingang gefunden haben, weil sie mir thematisch zu passen schienen, da sie ebenfalls von Erinnerung, Loslassen und Abschied handeln.

Nachtrag: Heute (2025) stehen auf dem Gelände des ehemaligen Barmer Viertels Bürohäuser."


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Dieses Zitat ist offenbar nicht von Kafka