Happy End erwünscht? (Montagsfrage)

Ganz klare Antwort: Nein! Das heißt: Nicht um jeden Preis. Ich möchte, dass ein Buch das Ende hat, das zu ihm passt oder das - wenn es eine überraschende Wendung gibt - immerhin schlüssig ist. Wenn die Handlung unablässig auf ein Happy End zusteuert, gut, wenn nicht, aber am Schluss gibt es eine glückliche Wendung, auch gut. Aber ein Happy End, nur damit am Schluss alles gut ist ("they lived happily ever after"), auf keinen Fall. Sogar offene Ende gefallen mir da meist besser.

Am schlimmsten finde ich die typischen Beziehungsgeschichten (meist Komödien), die nur nach Schema F funktionieren: Er lernt Sie kennen, sie verlieben sich (Variante: nur einer in den anderen), dann passieren aber dumme Sachen, die die beiden trennen, der eine will den anderen aber zurück (Variante: der, der vorher nicht wollte, will jetzt, der andere aber nicht), alles scheint aussichtslos ... und spätestens an diesem Punkt (meist erst Mitte der Geschichte), weiß man, dass es am Ende doch unvermeidlich dazu kommen muss, dass sie sich finden. Langweilig. Nichts für mich.

Bei meinen eigenen Büchern lasse ich mich immer von den Figuren leiten, diese bestimmen dann, wie es weitergeht und wie es endet. Manchmal kenne ich ein erwünschtes Ende, bevor ich den ersten Satz geschrieben habe, die Handlung steuert dann oft von selbst darauf zu, manchmal aber auch überhaupt nicht, sondern entwickelt sich aus sich heraus ganz anders - das ist dann das Beste, was passieren kann (wenn man es zulässt), denn nur dann wirken die Geschichten auch tatsächlich glaubwürdig.

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